Forstreferendariat

Das zweijährige Forstreferendariat bereitet die Referendarinnen und Referendare auf forstliche Leitungsaufgaben vor, wie zum Beispiel die Leitung eines Fachgebiets, einer Schwerpunktaufgabe oder eines Forstamtes. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes forstliches Hochschulstudium. Jährlich stellen wir maximal sechs Masterabsolventinnen oder -absolventen in das Forstreferendariat ein. Als Einheitsforstverwaltung bilden wir in allen drei Geschäftsfeldern „Landeseigener Forstbetrieb“, „Dienstleistung“ und „Hoheit“ aus. 

Zwei Männer und eine Frau stehen in einem belaubten Wald neben einem Jagdhochsitz. Die Frau zeigt auf den Hochsitz. Auf dem Hochsitz steht ein Mann.

Unsere Vorbereitungsdienste haben eine bundesweite Anerkennung mit einer Laufbahnbefähigung für die Laufbahnen des gehobenen bzw. höheren Forstdienstes (Laufbahnbefähigung) und eröffnen die Möglichkeit einer Verbeamtung.

Seit Mai 2010 organisiert Wald und Holz NRW die große forstliche Staatsprüfung im Rahmen einer Verwaltungskooperation zusammen mit der niedersächsischen Landesforstverwaltung und mit der Forstverwaltung Sachsen-Anhalt.

Die Bewerbung auf das Forstreferendariat ist spätestens zwei Monate vor dem Einstellungstermin (31. März jeden Jahres) einzureichen.

Bewerben Sie sich bitte mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen über das Online-Bewerbungsportal des Landes NRW. Der Link ist spätestens drei Monate vor Bewerbungsschluss hier zu finden.

Der Bewerbung sind folgende Unterlagen (in einem Dokument) beizufügen:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf (tabellarisch)
  • ggf. Motivationsschreiben
  • Studiennachweise (Zeugnisse und Urkunden aus dem Bachelor- und Masterstudium)
  • Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife (oder Fachhochschulreife)
  • Nachweis Jagdschein
  • Nachweis Führerschein (Klasse B)
  • Nachweise und Arbeitszeugnisse über die Ableistung forstlicher Praktika sowie über etwaige berufliche Tätigkeiten
  • Nachweise über weitere Zertifikate und Urkunden (z.B. Sachkundenachweis Pflanzenschutz, Waldpädagogikzertifikat, Ausbilder/innenschein, Motorsägenschein)

In einer zweiten Datei muss ein Bewerbungsfoto hochgeladen werden.

Bei fehlenden Unterlagen bitte eine Begründung angeben. Nach Absprache ist es möglich, Unterlagen nach der Bewerbungsfrist nachzureichen.

Nach der Zuweisung eines Ausbildungsplatzes erfolgt die Anforderung

  • eines Führungszeugnisses zur Vorlage bei einer Behörde
  • von beglaubigten Kopien der Bachelor- und Masterzeugnisse und Urkunden

Die Bescheinigung der Forstdiensttauglichkeit erfolgt über eine spezielle Untersuchung durch den Betriebsarzt von Wald und Holz NRW vor bzw. am Einstellungstermin. Hierzu erhalten alle zugelassenen Bewerberinnen und Bewerber eine gesonderte Nachricht.

Die Ausbildungsplätze für die Vorbereitungsdienste sind im ganzen Land Nordrhein-Westfalen verteilt. Da es Regionalforstämter gibt, die nicht alle drei Geschäftsfelder haben, wird eine Ausbildungskooperation mit einem Nachbar-Forstamt geschlossen.

Beispiel: Das RFA Soest-Sauerland hat die Geschäftsfelder Dienstleistung und Hoheit. Die Ausbildung im Geschäftsfeld Landeseigener Forstbetrieb erfolgt im RFA Arnsberger Wald.

Gliederung des Vorbereitungsdienstes des höheren Forstdienstes

Ab Juni bis Oktober jeden Jahres (vier Monate)

  • Forsteinrichtung, Standortkartierung, betriebswirtschaftliche Durchleuchtung eines Beispielbetriebes, forstliche Bewertungs- und Steuerfragen, Waldbewertung
  • Forsteinrichtungslehrgang (14 Tage) unter Leitung vom Team Waldplanung im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft
  • Forsteinrichtungsprojekte in Zweier-Teams (Zuweisung eines Betriebes erfolgt NRW-weit); die fachliche Betreuung erfolgt durch Mitarbeitende vom Team Waldplanung im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft

Die Beurteilung des Forstplanungsprojektes bildet zusammen mit der Beurteilung der Forstamtszeit 10 Prozent der Laufbahnprüfungsnote.

20 Monate im Anschluss an die Forsteinrichtungszeit ab Oktober des ersten Ausbildungsjahres:

  • Einführung in die Forstamtsverhältnisse
  • Kennenlernen aller drei Geschäftsfelder der Einheitsforstverwaltung von Wald und Holz NRW: 
  • Bewirtschaftung des Landeseigenen Forstbetriebes (Staatswald)
  • Betreuung des Privat- und Körperschaftswaldes (Dienstleistung) einschl. Förderung
  • Hoheit

Während des Ausbildungsabschnittes II findet die Reisezeit und eine Vielzahl an Seminartagen statt.

  • Internationale Reisezeit im Juli und August des zweiten Ausbildungsjahres
  • vier einwöchige interne Verwaltungslehrgänge zusammen mit den Forstinspektoranwärterinnen und -anwärtern mit den Schwerpunkten Recht und Verwaltung sowie zahlreichen forstfachlichen Themen inkl. Naturschutz
  • Behörden- und Rechtswoche

Soft skills-Seminare:

  • Erstellung eines Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeits-beschreibung (BIP) zur Einstellung mit begleitendem Seminar – 1 Tag
  • Moderationstraining mit Vorbereitung, Leitung und Nachbereitung von Meetings, Meeting-Regeln und Gesprächsführung, Erstellen von Ergebnisprotokollen – 2 Tage
  • zielgerichtet präsentieren auf Führungsebene – Verbindung eines sicheren PowerPoint-Umgangs mit moderner Präsentations-, Moderations- und Rhetorikkompetenz – 1 Tag
  • professionelles Wissensmanagement – „Simplify your office“: (Cleveres Managen der Informationsflut, des persönlichen Informationsworkflows unter Einsatz bestehender Softwarelösungen, Dateiablage und E-Mail-Organisation, Ordnungssysteme, Aufgabenplanung und Arbeitsmethodik, gezielte und zeitsparende Techniken zur Informationsrecherche) – 1 Tag
  • erfolgreiche Präsentation und ein gelungener Auftritt vor Publikum – 1 Tag
  • „Typisch Deutsch“ – Interkulturelle Kompetenz: Tipps für erfolgreiche Kommunikation und erfolgreiches Verhandeln international – 1 Tag
  • Assessment-Center-Training mit Übungen zu den Elementen Qualifiziertes Interview, Kurzvortrag, Rollenspiel (Motivation / Deeskalation / Konfliktmanagement) – 2 Tage
  • Optimale mentale Prüfungsvorbereitung mit einer Diplom-Psychologin – 4 Tage
  • „Moderne Umgangsformen im Beruf – Guter Stil auf dem Business-Parkett“ – 2 Tage
  • Finanzmanagement und Produktentwicklung
  • Seminare zu Vegetation und Standortskunde
  • Ausbildungsjagd mit Seminartag zur Jagdorganisation, Wildbrethygiene -Wildbretversorgung und Tipps für erfolgreiches Jagen auf Bewegungsjagden
  • Indoor-Outdoor-Anschuss-Seminar – “Der Kugelschuss auf Schalenwild, richtiges Verhalten vor und nach dem Schuss”
  • Strukturierte Seminartage in den Ausbildungsforstämtern von Wald und Holz NRW sowie im Privat- und Kommunalwald (zusammen mit den Forstinspektoranwärterinnen und -anwärtern)
  • Modellwaldprüfung (Simulation einer kompletten Waldprüfung) mit acht Prüfstationen im Sommer des zweiten Ausbildungsjahres mit Feedback der Püferinnen und Prüfern
  • Hospitationen / Wahlstationen für maximal zwei Wochen als Option in Betrieben des Clusters Forst- und Holzwirtschaft sowie Naturschutz (innerhalb von NRW)
  • Hospitation im Fachbereich V – Zentrum für Wald- und Holzwirtschaft für zwei Wochen

Sechs Fachbereiche/Prüfungsbereiche:

  1. Waldbau, Waldökologie, Forstplanung, Naturschutz und Landschaftspflege
  2. Wildbewirtschaftung und Waldschutz
  3. Forstnutzung, Waldarbeit und Forsttechnik sowie Walderschließung
  4. Steuerung, Organisation, Haushaltswesen von Forstbetrieben sowie Waldbewertung
  5. Forstpolitik und Raumplanung
  6. allgemeine und fachbezogene Rechts- und Verwaltungsgrundlagen

Prüfungsablauf:

  • Beurteilung des Forsteinrichtungsprojektes und der Ausbildungszeit im Regionalforstamt (10 Prozent der Endnote)
  • Schriftlich: sechs Klausuren in allen sechs Fachbereichen an sechs Tagen (30 Prozent der Endnote)
  • Zwei Waldprüfungen (Bergland und Flachland) mit insgesamt zehn Stationen (30 Prozent der Endnote)
  • Mündliche Prüfung in allen sechs Fachbereichen (30 Prozent der Endnote)

Das forstliche Staatsexamen wird auf Basis der APVO-AgrumwD gemeinsam mit der Landesforstverwaltung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt.