Naturschutz im Wald

Wälder sind komplexe und bedeutsame Ökosysteme. Sie haben positiven Einfluss auf Klima, Boden, Wasser und Luft. Gleichzeitig sind sie Lebensraum für eine Vielzahl von Pilzen, Tieren und Pflanzen. Sie sind zudem Baustoff- und Energielieferant und wertvolle Orte für Erholung und Freizeit für uns Menschen. Ziel des Waldnaturschutzes ist der nachhaltige Erhalt einheimischer Wälder mit ihrem gesamten Spektrum an typischen Arten, Lebensräumen und Strukturen. 

Alter Baum mit mehreren Pilzen am Stamm im belaubten Buchenwald. Daneben liegt ein abgestorbener Baum, der ebenfalls von Pilzen befallen ist.

Der Wald in Nordrhein-Westfalen – voller Leben

Die Wälder in NRW sind lebendig und vielfältig. Tausende von Tier- und Pflanzenarten finden hier Nahrung und Lebensraum. So leben in den Wäldern allein in NRW derzeit rund 20.000 verschiedene Tierarten. Darunter sind auch viele seltene und in ihrem Bestand bedrohte Arten. Durch gezielte Schutzmaßnahmen kehren heute sogar fast verschwundene Arten wie Schwarzstorch, Uhu und Wildkatze zurück. Sie finden in den strukturreichen Laubmischwäldern unseres Landes wieder ungestörte Bereiche, in denen sie ihre Jungen aufziehen können.

Forstleute sind engagierte Naturschützer

Die Forstleute von Wald und Holz NRW fördern die Vielfalt in unseren Wäldern mit einem integrativen Ansatz. Unser Ziel ist ein artenreicher, gesunder Mischwald, der anpassungs- und widerstandsfähig ist, auch gegenüber den Folgen der Klimaveränderungen. 

Naturschutz im Wald und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder widersprechen sich dabei nicht: Ein Waldökosystem bildet die Grundlage den Wald auch in Zukunft zur nachhaltigen Holzgewinnung nutzen zu können. Deshalb tun wir alles dafür, neben der wirtschaftlichen Nutzbarkeit des Waldes auch einen optimalen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu bewahren oder wiederherzustellen.

Allerdings können nicht alle Ziele in jeder einzelnen Fläche optimal und gleichwertig berücksichtigt werden. So gibt es eher wirtschaftlich orientierte Wälder, z.B. mit höheren nicht heimischen Nadelholzanteilen sowie Wälder in denen der Schutz der naturnahen Laubwälder im Mittelpunkt steht, ohne dass auf deren Nutzung verzichtet werden muss. Mit dem europaweiten Verbundnetz Natura 2000 werden Lebensräume europäischer Bedeutung mit ihren typischen Arten gesichert. Dazu wurden FFH- und Vogelschutzgebiete von rund 287.000 Hektar ausgewiesen. 

Der Prozessschutz  in Form von Naturwaldzellen und Wildnisgebieten ermöglicht zudem die ungestörte Entwicklung von Wäldern und die Erforschung natürlicher Lebensabläufe.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Artenschutz: Gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume werden durch naturnahe Bewirtschaftung und die gezielte Umsetzung von Schutzmaßnahmen gefördert und geschützt.

Die Waldnaturschutzforschung befasst sich mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt, der Überprüfung von Naturschutzmaßnahmen und den Folgen des Klimawandels für unsere Waldökosysteme.