Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung des Waldes – das klingt erst einmal unvereinbar. Aber nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten erkennt man, dass diese Anliegen Hand in Hand gehen können. Aber wie genau sieht eine naturschonende Bewirtschaftung eigentlich aus? Mit welchen Maßnahmen können wir die Leistungen des Waldes langfristig sichern? Und wieso ist der Wald für die Vielfalt unserer Natur und unser Leben unverzichtbar?
Die Forstleute von Wald und Holz NRW fördern die Vielfalt in den Wäldern mit einem integrativen Ansatz. Unser Ziel ist ein artenreicher, gesunder Mischwald, der anpassungs- und widerstandsfähig ist, auch gegenüber den Folgen der Klimaveränderungen. Dazu gehören die standortgerechte Auswahl der Baumarten mit einem hohen Anteil heimlicher Laubbaumarten, ebenso wie eine Altersdurchmischung der Bäume. Weiterhin sind die Erhaltung von Biotopbäumen sowie die Förderung eines hohen Totholzanteils wesentliche Bestandteile. Denn alte und abgestorbene Bäume heimischer Arten spielen im Waldökosystem eine wichtige Rolle. Auf und von ihnen leben zahlreiche Insekten, Pilze und Mikroorganismen.
Der komplette Staatswald in NRW ist FSC-zertifiziert und wird entsprechend schonend bewirtschaftet. Zahlreiche Waldflächen in Nordrhein-Westfalen stehen zudem als ausgewiesene Naturschutzgebiete, FFH- und Vogelschutzgebiete unter besonderem Schutz. In den Naturwaldzellen und den Wildnisentwicklungsgebieten verzichten wir komplett auf Holznutzung. Hier kann sich der Wald besonders ungestört entfalten.
Waldnutzung und Naturschutz – geht das zusammen?
Eine Bewirtschaftung der Wälder und Waldnaturschutz sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Nutzung kann die biologische Vielfalt sogar fördern. In Nordrhein-Westfalen wird dies beispielsweise durch die von Wald und Holz NRW entwickelte Biotopholzstrategie Xylobius sichergestellt – eine Strategie, die beispielhaft für integrativen Naturschutz im Wald steht. In ein und demselben Wald werden sowohl Holz geerntet und gleichzeitig wertvolle Lebensräume erhalten und geschützt. Kern dieser Strategie ist, dass viele alte und abgestorbene Bäume aufgrund ihres ökologischen Nutzens für das Waldökosystem als Biotopbäume stehen bleiben. Sie sind insbesondere für Fledermäuse, Vögel und Insekten von großer Bedeutung. Und: Indem wir die Biodiversität fördern, tragen wir zur Anpassungsfähigkeit der Wälder gegenüber dem Klimawandel und seinen Folgen bei.