Waldnaturschutzforschung

Die Waldnaturschutzforschung befasst sich mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt, der Überprüfung von Naturschutzmaßnahmen und den Folgen des Klimawandels für unsere Waldökosysteme. Dabei werden die Auswirkungen von Einflussgrößen wie der forstlichen Bewirtschaftung – inklusive einer ausbleibenden Nutzung – klimatischer Veränderungen oder Stoffeinträgen (z.B. Stickstoff) auf waldtypische Arten und Waldökosysteme untersucht.

Eichen-Hainbuchenwald mit ausgeprägter Staunässe

Wald und Holz NRW forscht hierbei vor allem in vier Bereichen:

  1. die Entwicklung der Biodiversität und ihre Einflussgrößen
  2. die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme und ihre Kompartimente
  3. der Einfluss der forstlichen Bewirtschaftung auf die Biodiversität
  4. die Entwicklung und Überprüfung von Maßnahmen und Konzepten des Waldnaturschutzes

Die Kenntnisse über Stand und Entwicklung der Biodiversität im Wald sind für viele Artengruppen nach wie vor unzureichend. Im Bereich der Brutvögel kann anhand des Indikators Artenvielfalt und Landschaftsqualität für NRW auf eine umfassende, langjährige Datengrundlage zurückgegriffen werden. Davon abgesehen existieren zeitlich oder räumlich begrenzte Aussagen über die biologische Vielfalt in Waldökosystemen. Die aktuell verfügbaren Trends sind über alle Artengruppen hinweg überwiegend neutral, basieren jedoch zumeist auf kurzen Erfassungszeiträumen. 

Darüber hinaus liegen zahlreiche Studien zum Einfluss wichtiger Treiber auf die biologische Vielfalt in Waldökosystemen vor: die forstliche Nutzung (oder ausbleibende Nutzung) mit Auswirkungen auf die Waldstruktur, der Klimawandel über den Temperatur- und Wasserhaushalt oder der Eintrag von Fremdstoffen (z.B. atmogene Stickstoffeinträge), der sich unter anderem auf Bodenprozesse auswirkt. So ist allgemein anerkannt, dass die Holznutzung positive und negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben kann – je nach Art und Intensität der Nutzung sowie je nach untersuchter Artengruppe.

Forschungsprojekte zum Waldnaturschutz

BiCO2: Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern und unterschiedlicher Nutzungsintensität

Im gemeinsamen Forschungsprojekt haben wir mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland und der Universität Münster den Einfluss der forstlichen Bewirtschaftung auf die Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern untersucht. Daraus haben wir eine Broschüre zu Handlungsoptionen für die forstliche Bewirtschaftung von Wälder in Nordrhein-Westfalen erarbeitet.

BioFeuchtHumus: Humusformen als Indikatoren für die Zersetzergesellschaft

Im Kooperationsprojekt mit der Universität Osnabrück haben wir die Zusammenhänge zwischen Humusformen, Wasserhaushalt, Vegetation, Kohlenstoffspeicherung und weiteren Bodenfunktionen in Feuchtwäldern untersucht. Daraus entstanden sind Handlungsempfehlungen für die Forstpraxis zum Umgang mit Feuchtwäldern im Klimawandel. 

Im Wald gibt es vielfältige Monitoringprogramme. Es fehlt jedoch ein integriertes Monitoring, das Biodiversität und Daten zu den möglichen Treibern von Veränderungen der Biodiversität gemeinsam erfasst. Aktuell werden bundesweit unterschiedliche Ansätze entwickelt, wie z.B. das Insekten-Monitoring oder das Nationale Biodiversitäts-Monitoring (NaBioWald). Daher ist es ein Ziel der Forschung des Teams Waldnaturschutz, die Datengrundlage zur Entwicklung der biologischen Vielfalt im Wald in NRW und ihrer Einflussgrößen auf eine räumlich und zeitlich breitere Grundlage zu stellen.