Wald- und Klimaschutz

Der Waldschutz hat das Ziel, den Wald vor biotischen und abiotischen Schadfaktoren zu schützen. Die Schwerpunkte liegen auf dem Monitoring, der Beratung und der praxisnahen Forschung. Hinzu kommt der integrativer Waldschutz mit dem Fokus auf die Stabilisierung von Waldökosystemen.

Auf einer Kahlfläche vor einer schwarzen Box an einem Stock hocken ein Mann und eine Frau auf dem Boden. Die Frau hat ein Schreibbrett in der Hand und der Mann misst etwas.

Team Wald- und Klimaschutz

Das Team Wald- und Klimaschutz fokussiert den Schutz des Waldes vor biotischen und abiotischen Gefahren global, auf europäischer, nationaler und NRW-Ebene. Fragen zur Vitalität und zu den Schutzfunktionen unserer Wälder sind Daueraufgaben. Das Team Wald- und Klimaschutz ist zuständig für das Erkennen, Erforschen und Vermeiden von Gefahren –  auch solchen, die beim Import und Export von Forstpflanzen und deren Erzeugnisse wie z.B. Holzprodukte durch die Verschleppung von Schadorganismen entstehen. Dabei werden internationale Rechtsgrundlagen sowie solche auf Landes-, Bundes- und Europaebene umgesetzt. 

Das Monitoring und die Beratung zu Schadorganismen und Schadkomplexen in allen Waldbesitzformen sind weitere wesentliche Aufgaben des Teams. Es bündelt Wald- und klimaschutzrelevante Informationen und gibt diese intern und nach außen weiter. Zudem berät das Team das Cluster Wald und Holz zu Fragen des Wald- und Klimaschutzes sowie der Vorgaben der internationalen Standards im Handel mit Holz und Holzverpackungen (Import/ Export). Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Forschung über waldschutz- und gesundheitsrelevante Arten, abiotische und biotische Einflüsse auf den Wald sowie Waldökosystemleistungen, u.a. der Zusammenhang zwischen Wald und Wasser. Es gilt, die Grundlagen für klimaangepasste und risikoärmere Waldökosysteme zu schaffen. Dazu werde auch methodischen Standards für neue Technologien getestet und festgelegt. 


Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, Team Wald- und Klimaschutz

per E-Mail: info[at]forstschutz.nrw.de (info[at]forstschutz[dot]nrw[dot]de)
per Fax: 02261/7010 333
per Brief: Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, Team Wald- und Klimaschutz, Steinmüllerallee 13, 51643 Gummersbach

Sachgebiet Waldschutz und Pflanzenschutzdienst PersonTelefonMobil
  • Untersuchungen zu Baum- und Waldökosystemenerkrankungen
  • Beratung Forst- und Waldschutz, einschließlich Info- und Warnmeldedienst
  • grundsätzliche rechtliche Problemstellungen
Dr. Christin Carl+49 2931 7866 450+49 171 5871422
   
Marion Jacoby +49 2931 7866 453+49 171 5870059
Norbert Geisthoff +49 2364 5089299+49 171 5870023
André Lieffertz+49 2931 7866 455+49 171 5872982
Johannes Kuhlmann +49 2332 5543882+49 171 5872684
Dr. Alexander Marx +49 2931 7866 412 
Annette Köhne-Dolcinelli+49 2931 7866 446+49 171 5870611
  • Sachkundenachweis Pflanzenschutz; Rechnungslegung für das gesamte Team
Monika Schwendt+49 2931 7866 451 
Janine Mesenzew+49 2931 7866 358 
Verena Kamp+49 2931 7866 452 
  • Pflanzenschutzberatung von Forstbaumschulen und Weihnachtsbaumproduzenten 
  • amtliche und orientierende Mittelprüfung
Norbert Geisthoff +49 2364 5089299+49 171 5870023
Sachgebiet PflanzengesundheitsdienstPersonTelefonMobil
  • Import und Export von Forstpflanzen und deren Erzeugnisse 
    inkl. pflanzengesundheitliche Abwicklung von Verpackungsholz im Gebrauch (= mit Holz verpackte Import- und Exportwaren) 
  • Genehmigungen nach Pflanzenschutzgesetz; Ordnungsrecht 
  • amtliche Registrierung von Betrieben nach IPPC Standard ISPM 15
Alberto Boniolo +49 171 5870024
Romina Thalmann +49 171 5870784
Marion Jacoby +49 2931 7866 453+49 171 5870059

www.PGZ-online.de: Online Plattform zur Beantragung von Pflanzengesundheitszeugnissen für Forstpflanzen und deren Erzeugnisse, wählen Sie bitte im Laufe der Bearbeitung "NRW Forst" aus

https://webgate.ec.europa.eu/tracesnt/login:  Online Plattform zur Beantragung einer Importbeschau für Forstpflanzen und deren Erzeugnisse. Wählen Sie bitte im Laufe der Bearbeitung die entsprechende "EUGrenzkontrollstelle" (GKS) aus.Wenn die Ware über Antwerpen, Rotterdam, Bremen oder Hamburg in die EU importiert wird, sind dies auch die GKS'en. Bei Luftfracht, welche in NRW "landet", wählen Sie als "GKS" Landesbetrieb Wald und Holz NRW aus.

Monika Schwendt+49 2931 7866 451 
Janine Mesenzew+49 2931 7866 358 
Verena Kamp+49 2931 7866 452 
  • Technische Prüfung von Hitzebehandlungskammern nach IPPC Standard ISPM 15
Frank Hoffmann+49 2833 5758950+49 2833 5758950
Benedikt Wieners +49 171 5872093
Julia Scholl+49 2931 7866 458+49 171 5870791
Sachgebiet KlimaschutzPersonTelefonMobil
 Dr. Christin Carl+49 2931 7866 450+49 171 5871422
 Nina Grüner+49 2931 7866 454+49 151 58021270
Pflanzengesundheitliche Inspektorinnen und Inspektore vor Ort
NameVornamePLZDienstsitzTelefonFaxMobilE-Mail
Homburg Ralf 31559Haste+49 5723 9895591
 
+49 171 5873571info[at]forstschutz.nrw.de (info[at]forstschutz[dot]nrw[dot]de)
WienersBenedikt33159Lichtenau  +49 171 5872093
ZitzkeBernd33161Hövelhof+49 5257 936711+49 5257 936395+49 171 5873297
Thalmann Romina40789Monheim  +49 171 5870784
HorstmannJohannes46414Rhede  +49 171 5872782
HoffmannFrank47647Kerken+49 2833 5758950+49 2833 5758951+49 160 7717354
Breu-KnaupTanja48291Telgte+49 2504 9844933+49 2504 9844928+49 171 5872885
FunderThomas50735Köln+49 221 20045882+49 251 23724 129+49 171 5870822
BonioloAlberto51147Köln Flughafen +49 251 23724104+49 171 5870024
HochmayrMichael51570Windeck+49 2243 8455888+49 2243 8455889+49 171 5871299
SchollJulia57462Olpe+49 2931 7866 458 +49 171 5870791
RohrmannClaus57413Finnentrop+49 2931 7866 448 +49 171 9070821
KuhlmannJohannes58285Gevelsberg+49 2332 5543882+49 2332 5543883+49 171 5872684
SchelletterReinhard59494Soest+49 2921 3443047+49 2921 3443055+49 171 5871997
LagastEric59494Soest+49 2931 7866 449+49 251 23724 170+49 171 5871999
HessePeter59757Arnsberg+49 2932 9419426+49 2932 9419427+49 171 5871983

Forschungsprojekte

Das Team Wald- und Klimaschutz des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft führt eigene Untersuchungen zu aktuellen Waldschutzherausforderungen durch oder ist in Kooperationsprojekten beteiligt. Die Erkenntnisse werden in regelmäßigen Info- und Warnmeldungen veröffentlicht. Sie richten sich vorrangig an die forstliche Praxis, also an Waldbesitzende und -bewirtschaftende. Folgend sind einige unserer aktuellen Forschungsprojekte skizziert.

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners stellt nicht nur eine forstliche, sondern auch eine gesundheitspolitische Herausforderung dar. Aufgrund seiner hochallergenen Brennhaare verursacht der EPS jährlich hohe Kosten für Kommunen und gefährdet Menschen sowie Tiere im urbanen Raum und entlang von Verkehrswegen.

Im Rahmen unserer Forschung untersuchen wir die Wirksamkeit der sogenannten Verwirrmethode (Mating Disruption) als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Bekämpfungsmaßnahmen. Dabei wird gezielt das Paarungsverhalten der Falter gestört, indem männliche Tiere durch künstlich ausgebrachte Sexualpheromone von den Weibchen ferngehalten werden. Bleibt die Befruchtung aus, sinkt der Populationsdruck im Folgejahr erheblich.

Unsere Forschungsarbeiten widmen sich der technischen Umsetzung dieser Methode im forstlichen Kontext – beispielsweise durch die Anwendung wachsbasierter Trägersubstanzen für die Pheromone, die effizient in Baumkronen ausgebracht werden können. Zudem prüfen wir den Einsatz neuartiger Applikationstechniken wie Paintballgeräten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der praktischen Erprobung unter Feldbedingungen. Dafür konzipieren und begleiten wir kontrollierte Freilandversuche in städtischen und ländlichen Gebieten. Die Wirksamkeit wird durch eine systematische Nestzählung im Folgejahr bewertet. Die identische Methodik wird auch von einer Forschungsgruppe aus den Niederlanden im Freilandversuch getestet. 

Unser Ziel ist es, eine wirksame, skalierbare und ökologisch verträgliche Methode zur langfristigen Eindämmung des EPS zu entwickeln – als Ergänzung oder Alternative zu kostenintensivem Absaugen der Nester oder dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Dieses Projekt startete im Sommer 2023 und endet im Spätsommer 2025.

Ansprechpartner:

André Lieffertz
Sachgebiet „Biotischer und abiotischer Waldschutz“
Telefon: 02931 7866 455
E-Mail: Andre.Lieffertz[at]wald-und-holz.nrw.de (Andre[dot]Lieffertz[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de)

Ein weiteres aktuelles Projekt in 2025 im Bereich des Waldschutzmonitorings ist der Vergleich und die Standardisierung von Dispensern zur Erfassung des Buchdruckers (Ips typographus), dem bedeutendsten Borkenkäfer in Fichtenwäldern.

Hintergrund ist der Wegfall eines etablierten Pheromondispensers („Pheroprax-Ampulle“) und die Einführung eines neuen Produkts („Pheroprax-Premium Ampulle“), dessen Leistungsfähigkeit bislang nicht systematisch untersucht wurde. Um die Vergleichbarkeit der Fangdaten und die Kontinuität im Monitoring sicherzustellen, beteiligen wir uns an einem länderübergreifenden Ringversuch in Kooperation mit Forstbehörden aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen.

Unsere Forschung bezieht sich auf:

  • den Vergleich der Fangleistung und Pheromonfreisetzung beider Dispensertypen,
  • die Ermittlung der Wirkdauer unter Praxisbedingungen
  • sowie die Validierung der Ergebnisse durch Laboranalysen und Temperaturüberwachung an den Versuchsorten.

Die daraus gewonnenen Daten bilden die Grundlage für Korrekturfaktoren, um Zeitreihenanalysen aus früheren Jahren fortzuschreiben, sowie für die Ableitung neuer Einsatzempfehlungen im Monitoring. Ziel ist es, auch in Zukunft eine verlässliche Risikobewertung des Borkenkäferbefalls im Wald zu ermöglichen und forstliche Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können.

Ansprechpartner:

André Lieffertz
Sachgebiet „Biotischer und abiotischer Waldschutz“
Telefon: 02931 7866 455
E-Mail: Andre.Lieffertz[at]wald-und-holz.nrw.de (Andre[dot]Lieffertz[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de)

Dem Team Wald- und Klimaschutz erreichten 2024 und 2025 zunehmend Meldungen über den Befall von Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus) in Stieleichen- und Traubeneichenbeständen. Zumeist sind Einzelbäume oder Baumgruppen befallen und nur selten ganze Bestände betroffen. Die aktuell gemeldeten Schadensschwerpunkte liegen insbesondere im Münsterland, in Ostwestfalen, im Rheinland und im Siegerland.

Frischer Befall ist mitunter schwierig zu erkennen, vor allem wenn die Eichen wenig auffällige Merkmale aufweisen. Die zweijährige Entwicklung des Käfers und der generationübergreifende Befall macht eine Erkennung anspruchsvoller, als z.B. bei einem Buchdruckerbefall.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, gilt es, die durch Eichenprachtkäfer befallenen Bäume und Bestände rechtzeitig zu erkennen und Sanitärhiebe zum Schutz des gesamten ökologisch wertvollen Eichenbestand abzuwägen. 

Im August 2025 startete ein Projekt, welches mittels Befliegung und anschließender KI-Auswertung untersuchen soll, ob Eichenprachtkäfer befallene Eichen anhand von hochauflösenden RGB-Luftbildern identifiziert werden können. Dazu werden ca. 300 Hektar Eichenwald beflogen, in dem Prachtkäferbefall auftritt. In einem eigens angelernten KI-Modell wird anschließend geprüft, wie erfolgreich die automatisierte Erkennung ist. Dabei kann die KI nur Hinweise auf einen Befall liefern, da sie als Merkmal nach trockenen und verfärbten Kronen- und Aststrukturen sucht. Ob es sich bei einem „match“ tatsächlich um Prachtkäferbefall handelt, muss anschließend terrestrisch überprüft werden. Dabei liefert die Befliegung genaue Koordinaten.

Eine erfolgreiche Testung dieser Methode erlaubt es, großflächig Eichenbestände mit deutlich reduziertem zeitlichem Aufwand kontrollieren zu können.

Ansprechpartner:

Dr. Alexander Marx
Sachgebiet „Biotischer und abiotischer Waldschutz“
E-Mail: Alexander.Marx[at]wald-und-holz.nrw.de (Alexander[dot]Marx[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de)

Der Klimawandel stellt die Wälder in Deutschland vor große Herausforderungen. Um den zunehmenden Einfluss von Trockenstress, Stürmen und Schädlingsbefall auf unsere Wälder besser verstehen zu können, sind Information zu eingetretenen Schäden und Befall durch Schadinsekten und Krankheiten unerlässlich. Bisher gibt es kein bundesweit einheitliches Erfassungssystem für Waldschäden, was eine wissenschaftliche Lücke darstellt und die Koordination zwischen den Bundesländern erschwert. Um diese Lücke zu schließen, wurde das Projekt „NEWsWm“ initiiert. 

Die Projektkoordination übernimmt das Julius Kühn-Institut. Wald und Holz NRW ist Projektpartner sowie weitere forstliche Länder-Ressorts mit Waldschutz-Schwerpunkten. Das Projekt verfolgt das Ziel, ein nationales Waldschadensmeldesystem in Deutschland zu etablieren und damit die Grundlage für die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Strategien zum Umgang mit Waldschäden zu schaffen. Es integriert die heterogenen Meldesysteme der Bundesländer zu einer zentralen Datenbank, die biotische und abiotische Schadfaktoren im Wald erfasst und dokumentiert. Darüber hinaus wird eine Webanwendung entwickelt, die die Daten visualisiert und zeitlich-örtliche Analysen erleichtert. Durch die Harmonisierung der Daten über die verschiedenen Quellen hinweg können dann Schadensursachen wie Schädlinge, Krankheiten oder klimabedingte Extremereignisse auf nationaler Ebene analysiert werden. 

Die gewonnenen Informationen unterstützen das Risiko- und Krisenmanagement im Wald und bieten eine fundierte Grundlage für nachhaltige waldbauliche Entscheidungen, insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels. Darüber hinaus fördert das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern sowie die Einbindung in europäische Waldschutzsysteme. In Nordrhein-Westfalen erfolgen die Waldschutzmeldungen aktuell über jährliche Meldungen durch Wald und Holz NRW. Jedoch fehlt die Möglichkeit, die Daten digital direkt zu verarbeiten und aufzubereiten. Das Ziel ist die Erstellung einer neuen Applikation und einem Meldeportal für private, kommunale und staatliche Forstbetriebe in NRW. 

Zur Projektseite

Ansprechpartnerin:

Dr. Christin Carl
Team Wald- und Klimaschutz
Mobil: 0171 5871422
E-Mail: Christin.Carl[at]wald-und-holz.nrw.de (Christin[dot]Carl[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de)

Rechtsgrundlagen und Leitlinien

Die Rechts- bzw. Handlungsgrundlagen begründen sich aus §53 und § 60 (2) des Landesforstgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen, DVO Pflanze NRW, § 2 der Satzung des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sowie der Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen. Weiterführende rechtliche Grundlagen unter: Pflanzengesundheit