Bundes- und Landeswaldinventur
Die Bundeswaldinventur (BWI) ist eine durch das Bundeswaldgesetz vorgeschriebene forstliche Großrauminventur, die deutschlandweit durchgeführt wird. Sie erfasst die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten in Deutschland.
Die Bundeswaldinventur ist eine terrestrische Stichprobeninventur mit permanenten Probepunkten. Hierzu wird ein Gitternetz mit einem Linienabstand von 4 km (Basisnetz) über das Gebiet von Deutschland gelegt und an den Schnittpunkten der Linien Inventurtrakte für die Stichproben eingerichtet.
Die turnusmäßige Wiederholung der Inventur ermöglicht es, Veränderungen zwischen den Erhebungen zu berechnen.
Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur sind eine Grundlage für forst-, handels- und umweltpolitische Planungen und Entscheidungen. Die erste BWI wurde 1986 durchgeführt, gefolgt von 2002, 2012 und 2022 (BWI4).
Die Landeswaldinventur (LWI) erfolgt nach dem gleichen Schema wie die Bundeswaldinventur, verdichtet aber deren Basisnetz und ermöglicht so auf Landesebene die Darstellung repräsentativer regionaler Ergebnisse.
Das Netz der Landeswaldinventur hat in Nordrhein-Westfalen einen Linienabstand von 2 km und vervierfacht damit die Datendichte des Basisnetzes. Die erste LWI wurde 1998 durchgeführt, gefolgt von 2012 bis 2014 und 2022 (LWI3).
Die Ergebnisse der Bundes- und Landeswaldinventur sind abrufbar unter: www.bwi.info
Waldzustandserhebung
Die Waldzustandserhebung ist ein Monitoringinstrument für den Gesundheitszustand des Waldes. Seit 1984 sammeln Expertinnen und Experten jedes Jahr bundesweit von Mitte Juli bis Ende August im Wald Daten über den aktuellen Zustand des Waldes. In NRW werden dazu in einem festen Stichprobenraster von 4 x 4 km an derzeit 563 Aufnahmepunkten die Kronen von mehr als 10.000 Bäumen begutachtet. Neben der Kronenverlichtung, sprich dem Verlust von Nadeln oder Blättern, gehen dabei auch andere Indikatoren, wie die Vergilbung von Blättern und Nadeln, die Fruktifikation sowie weitere biotische und abiotische Faktoren in die Begutachtung ein.
Durch die kontinuierlichen Untersuchungen nach gleichbleibenden Kriterien ist inzwischen eine aus wissenschaftlicher Sicht sehr wertvolle, lange Zeitreihe entstanden, mit der sich die Daten der einzelnen Jahre miteinander vergleichen lassen.
Neben Aussagen zum aktuellen Jahr können besonders gut langjährige Trends bei den einzelnen Baumarten erkennen.
Aufgaben des Teams
Das für Großrauminventuren im Wald zuständige Team nimmt folgende Aufgaben wahr:
- Koordination der Bundeswaldinventuren und deren Zwischenerhebungen für NRW,
- Inventurleitung der Landeswaldinventuren und deren Zwischenerhebungen,
- Auswertung der Ergebnisse der Landeswaldinventuren für NRW,
- Aufbereitung der Inventurdaten und Beratung der Anwenderinnen und Anwender.
- Durchführung der jährlichen Waldzustandserfassung,
- Auswertung der Daten,
- Erstellung des Waldzustandsbericht NRW und Zuarbeit zur Waldzustandserfassung des Bundes und der EU.
Darüber hinaus unterstützen sie fallweise bei der Konzipierung, Durchführung und Auswertung anderer Großrauminventuren wie der Bodenzustandserhebung oder der Wiederbewaldungsinventur.