Die Baumart Fichte (Picea abies) ist mit ihrem flachen Wurzelsystem von Natur aus an eine relativ ausgeglichene Wasserverfügbarkeit im Boden angepasst. Daher verursachen die im Klimawandel öfter auftretenden und länger andauernden Perioden mit sehr wenig Niederschlag (oft in Kombination mit erhöhten Temperaturen) zunehmend Trockenstress. Zudem werden die Standortbereiche, in denen Trockenstress auftritt, zunehmend größer.
In der Folge werden Fichten dort anfälliger für Schadorganismen. Die Fichte ist außerdem wegen der flachen Wurzel auch durch Stürme besonders gefährdet, welche durch den Klimawandel ebenfalls häufiger zu erwarten sind. Schadorganismen profitieren häufig von höheren Temperaturen, verlängerten Vegetationszeiten und vergrößertem Nahrungsangebot, sodass die Wahrscheinlichkeit für massenhafte Schädlingsvermehrungen insgesamt zunimmt. Für die Fichte besonders kritisch sind dabei die rindenbrütenden Borkenkäferarten, die bei einer Massenvermehrung ganze Waldbestände zum Absterben bringen können.
Fichten-Borkenkäfer
Fichten werden von rund 40 Borkenkäferarten als Wirtspflanzen genutzt, die entweder in der Rinde oder im Holz der Bäume brüten. Ein starker Befall mit rindenbrütenden Arten kann für das Überleben des Baumes kritisch sein, da wichtige Versorgungsleitungen zerstört werden. Durch den Fraß der Holzbrüter kann die Qualität des Holzes beeinträchtigt werden. Deshalb wird zur Überwachung der Flugsituation in NRW ein Borkenkäfermonitoring durchgeführt.
Da Borkenkäfer Sekundärschädlinge sind, benötigen sie eine Vorschädigung oder Schwächung ihrer Wirtspflanze, um diese erfolgreich befallen zu können. Dies gilt grundsätzlich auch für Buchdrucker und Kupferstecher, die beiden wichtigsten Borkenkäferarten. Beide Arten können aber bei ausreichend hoher Populationsdichte einen so großen Angriffsdruck ausüben, dass auch vitale Bäume und sogar ganze Wälder erfolgreich befallen werden können. Daher gelten sie in Deutschland als bedeutendste biotische Schadorganismen an der Fichte.
Vorbeugende Maßnahmen
Für den Schutz der Fichten im Wald gegen Schäden durch die rindenbrütenden Borkenkäfer ist es besonders wichtig, dass vorbeugende Maßnahmen beachtet und umgesetzt werden:
- Naturnahe Waldwirtschaft: u.a. geeignete Wahl des Standortes für die Fichte, Baumartenmischung statt Reinbestand, Förderung struktureller und biologischer Vielfalt, Waldrandgestaltung
- Organisatorische Maßnahmen: Der Nadelholzeinschlag sollte im Herbst und frühen Winter außerhalb der Flugzeit der Käfer stattfinden. Eine rechtzeitige Holzabfuhr sollte sichergestellt werden.
- Mechanisch-technische Maßnahmen: Das Holz sollte zur Verhinderung der Brutentwicklung entrindet werden, wenn eine Abfuhr vor dem Schwärmflug der Käfer nicht gewährleistet ist. Kronenrestholz sollte gehäckselt werden, damit das fängische (das heißt den Käfer anziehende) Material nicht im Bestand verbleibt.
- Polterbehandlungen: Rechtzeitige Behandlung von Holzlagern mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel als Ultima Ratio.
Relevante Borkenkäfer für Fichten in NRW
Biologie, Verbreitung, Bedeutung
Der Buchdrucker (Ips typographus) befällt bevorzugt Fichten, selten auch andere Nadelbäume wie Kiefern und Lärchen. Neben liegendem Holz werden vorwiegend ältere Bäume (ab ca. 40 Jahren) im Stammbereich befallen, wo nach Einbohren und der Anlage des Brutganges unter der Rinde vom weiblichen Käfer Eier abgelegt werden. Aus diesen schlüpfen nach rund 1-2 Wochen beinlose Larven, die in charakteristischer Weise Gänge in den Rindenbast fressen. Nach der Verpuppung bleiben die Jungkäfer für ihren Reifungsfrass noch eine Weile unter der Rinde, bevor sie ausfliegen und neue Brutmöglichkeiten suchen. Die Entwicklung dauert etwa 7 bis 12 Wochen. Ein starker Befall des Baumes kann zu seinem Absterben führen, da die Leitungsbahnen zerstört und damit die Nährstoffversorgung des Baumes unterbrochen wird.
Fichten sind insbesondere während oder nach starken Trockenperioden gefährdet, da sie sich dann nicht durch Ausharzen der Käfer wehren können. Unter für den Käfer günstigen Witterungsbedingungen können innerhalb der Vegetationsperiode mehrere Generationen und Geschwisterbruten angelegt werden. Das kann eine Massenvermehrung zur Folge haben.
In den Jahren von 2018 bis 2024 gab es in der Folge von Sturmereignissen und großer Trockenheit eine extreme Massenvermehrung der Buchdrucker in NRW, die das Landschaftsbild stark verändert hat. Der Käfer verursachte in dieser Zeit das Absterben von fast 60 Prozent aller Fichten in NRW auf einer Gesamtfläche von über 140.000 Hektar. Es entstanden große Kahlflächen sowie Flächen, auf denen die toten Fichten stehen geblieben sind (man nennt diese Bäume dann „Dürrständer“).
Weitere gravierende Folgen waren massive Verluste an Holzvorräten und Waldwerten sowie Einnahmeverluste für die Waldbesitzenden. Nachdem die Holzmärkte während der Kalamität zunächst so überfüllt waren, dass Fichtenholz zum Teil nicht mehr kostendeckend verkauft werden konnte, trat nach dem Abklingen der Schäden aufgrund der Vorratsverluste eine Verknappung des wertvollen Rohstoffes ein. Regionale Versorgungsschwierigkeiten für die auf Nadelholz angewiesenen holzbearbeitenden und -verarbeitenden Betriebe in NRW sind die Folge.
Käfer und Brutbild
Der Käfer ist 4 bis 5,5 mm groß. Ausgereift dunkelbraun, als Jungkäfer hellbraun gefärbt. An seinem Flügeldeckenabsturz sind bei genauerem Hinsehen (acht) zahnartige Auswüchse erkennbar.
Die Larvengänge werden senkrecht zum Muttergang und quer zur Faserrichtung unter der Rinde angelegt. Das Brutbild ähnelt damit einem aufgeklappten Buch, daher wird der Käfer „Buchdrucker“ genannt.
Befallssymptome:
Einen befallenen Baum erkennt man an mehreren Merkmalen:
- Auswurf von braunen Bohrmehlhäufchen: Beim Einbohren unter die Rinde sowie bei der Anlage der Brutgänge werfen die Käfer braunes Bohrmehl aus. Dieses Bohrmehl verbleibt auf der Rinde oder sammelt sich am Stammfuß, zum Beispiel in Spinnennetzen. Dieses Merkmal deutet auf einen frischen Befall hin. Es kann an stehenden Bäumen und auch an liegendem Holz während der gesamten Vegetationsperiode beobachtet werden. Regen oder starker Wind verwischt allerdings viele Bohrmehlspuren. Die Kontrolle ist dann aufzuschieben.
- Einbohrlöcher und Harzaustritt: Wenn die Fichte ausreichend mit Wasser versorgt ist, tritt bei Einbohrversuchen der Käfer in die Rinde am Stamm Harz aus. Bei extremer Trockenheit wie im Jahr 2018 kann es aber auch sein, dass die Bäume wegen des Wassermangels nicht harzen. Das Bohrmehl ist nach starkem Wind oder Regen häufig verweht oder abgewaschen. Ein Erkennen eines Befalls ist dann schwierig.
- Rindenspiegel: Spechte schlagen bei ihrer Suche nach Larven und Käfern einzelne Borkenschuppen ab, wodurch rötliche Flecken, sogenannte Rindenspiegel, auf der Rinde entstehen.
- Fahlgrünes Erscheinungsbild und Rötung der Nadeln: Dieses Symptom tritt vor allem im Frühjahr auf. Bei Befall mit Kupferstechern verläuft die Verfärbung der Nadeln von der Kronenspitze abwärts. Es können auch nur einzelne Äste, in Kulturen aber auch die gesamte Pflanze betroffen sein. Bei Buchdruckerbefall verläuft die Verfärbung in der Regel vom Kronenansatz aufsteigend.
- Abfall grüner Nadeln: Dieses Symptom tritt vor allem im Sommer und Herbst auf. Die Bäume lassen massenhaft ihre grünen Nadeln fallen, sie überdecken den Waldboden mit seinen Moosen und Gräsern und bilden regelrechte "Nadelteppiche".
- Abgestorbene Krone, Abfall größerer Rindenstücke: Bei Auftreten dieses Merkmals sind die Borkenkäfer in der Regel schon ausgeschwärmt und haben sich an anderen Bäumen eingebohrt. Hier ist eine gründliche Kontrolle des umstehenden Bestandes auf braunes Bohrmehl und Einbohrlöcher erforderlich.
Monitoring, Befallskontrolle und Bekämpfung
Wald und Holz NRW überwacht den Schwärmflug der Fichtenborkenkäferarten Buchdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) in Nordrhein-Westfalen in der Zeit von April bis September mit Pheromonfallen sowie Befallskontrollen stehender Bäume. So kann auf besondere Gefahrensituationen frühzeitig hingewiesen als auch das Erkennen und Bekämpfen einer Ausbreitung unterstützt werden. Wieviel Zeit dafür bleibt, die Borkenkäfer zu bekämpfen, richtet sich grundsätzlich danach, welche Entwicklungsstadien in den befallenen Bäumen zu finden sind. Die aktuellen Ergebnisse der landesweit standardisierten Erhebungen dieses Borkenkäfer-Monitorings können hier aufgerufen werden.
In welchem Entwicklungsstadium sich die Buchdrucker in Ihrer Region gerade befinden, kann in Abhängigkeit von Klimadaten modelliert werden. Über folgenden Link des Instituts für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz, Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität der BOKU University, Wien können Sie hierzu Daten abfragen: Phenips -Entwicklung Buchdrucker NRW
Dazu einfach die Klimastation in passender Region und Höhenlage auswählen und weitere Informationen abrufen.
Wichtigste Grundlage einer erfolgreichen Borkenkäferbekämpfung ist bei akuter Gefährdung aber in regelmäßigen Abständen die ganzjährige, gründliche Kontrolle der Fichten-Bestände auf Befallsmerkmale .
Von einem Neubefall besonders gefährdet sind Waldflächen,
- die ihren gewachsenen Waldrand verloren haben (sogenannte "angerissene" Bestände),
- die südlich exponiert liegen,
- die sich über Kuppen ziehen,
- die bereits befallen waren und
- die im Umfeld von Sturmwürfen und -brüchen liegen.
Diese Bereiche sollten deshalb vorrangig und besonders intensiv kontrolliert werden.
Wichtig: Aufgrund des hohen Vermehrungspotenzials kann das Übersehen eines Käferbaumes zum Befall von mehr als 20 weiteren Bäumen in der direkten Folgegeneration führen. Unter mitteleuropäischen Bedingungen können sich bis zu drei Generationen pro Jahr entwickeln. Da der Buchdrucker in der Regel ab einer Temperatur von 16,5 °C zu schwärmen beginnt, sollten Bestände mit Vorjahresbefall unbedingt rechtzeitig vor dem Schwärmbeginn kontrolliert werden und notwendige Maßnahmen erfolgen, um den Ausflug der Käfer zu verhindern!
Bekämpfung: Wenn Befall entdeckt wird, sollten betroffene Bäume direkt markiert und danach frühzeitig eingeschlagen und abgefahren bzw. entrindet oder in anderer Form als weiterer Brutraum untauglich gemacht werden. So können fertig entwickelte Käfer nicht mehr aus dem Baum ausfliegen, um weitere Fichten zu befallen. Auch sogenannte „Resthölzer“ wie Kronenholz und rotfaule Erdstammstücke müssen brutuntauglich gemacht werden, wofür Häckseln und anschließende thermische Verwertung in Heizkraftwerken die am besten geeignete Methode darstellen.
Das Abfangen von Borkenkäfern mit Fangsystemen (Fangbäume oder Fangholzhaufen) kann zur Abschöpfung von Käfern angewendet werden, die nach der Überwinterung ausfliegen. Hierbei ist aber das empfohlene Vorgehen unbedingt einzuhalten. Als letztes Mittel kann es unter bestimmten Bedingungen auch erforderlich sein, liegende, nicht entrindete Stämme mit einem Insektizid zu behandeln, um das Ausfliegen von Buchdruckern zu verhindern. Die Zulassung zur Bekämpfung der holz- und rindenbrütenden Borkenkäferarten mit Karate Forst Flüssig endet am 31.12.2025. Somit dürfen Restmengen noch bis zum 30.6.2027 aufgebraucht werden.
Voraussetzung für ein Gelingen der Maßnahmen ist eine genaue zeitliche Abstimmung in Hinblick auf die Schwärmaktivität, über die das Borkenkäfermonitoring von Wald und Holz NRW informiert. Der richtige Zeitpunkt für die Gegen-Maßnahmen wird in unseren Info-Meldungen mitgeteilt (Registrierung unter: info[at]forstschutz.nrw.de).
Weiterführende Informationen zu empfohlenen Maßnahmen gegen Fichtenborkenkäfer finden Sie in den nachfolgend verlinkten Übersichten mit Bezug auf die jeweilige Jahreszeit:
Biologie, Verbreitung, Bedeutung
Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) bevorzugt Fichten-Stämme in Dickungen und Stangenhölzern mit noch dünnerer Rinde bzw. bei größeren Populationsdichten auch obere Stammteile älterer Fichten. Auch dünnes, geerntetes Kronenmaterial (z.B. aus Durchforstungen) kann für den Kupferstecher bruttauglich sein. Neben der Fichte werden von ihm auch Lärche, Douglasie, Kiefer und selten Tanne befallen. Der Käfer besitzt ein großes Vermehrungspotenzial, sodass Massenvermehrungen möglich sind, die zu erheblichen Bestandesschäden führen können. Die Befalls-Gefährdung der Bäume steigt wie beim Buchdrucker bei Trockenstress und nach Kalamitäten wie Sturm mit großem Anfall an Brutmaterial deutlich an.
Käfer, Brutbild, Befallssymptome
Der ausgewachsene Kupferstecher ist mit 1,6 bis 3 mm deutlich kleiner als der Buchdrucker. Der Körper ist schwarz mit glänzend rotbraunen (kupferfarbenen) Flügeldecken.
Sein Brutbild ist ein charakteristischer Stern aus Muttergängen mit 3 bis 6 Armen, die von einer zentralen Rammelkammer ausgehen. Von diesen Muttergängen zweigen kurze Larvengänge rechtwinklig ab.
Der Befall mit dem Kupferstecher führt zunächst zu einer fahlgrünen, später rotbraunen Verfärbung der Nadeln in der Baumkrone, die von oben nach unten erfolgt.
Später können Nadelverluste in der Krone eintreten. Aus den Bohrlöchern (hier nicht am Stammfuß) tritt feines Bohrmehl und manchmal auch Harz aus. Spechttätigkeit beginnt ebenfalls von der oberen Krone her.
Monitoring, Befallskontrolle, Bekämpfung
Wald und Holz NRW überwacht den Schwärmflug der Fichtenborkenkäferarten Buchdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) in Nordrhein-Westfalen in der Zeit von April bis September mit Pheromonfallen sowie Befallskontrollen stehender Bäume, um auf besondere Gefahrensituationen hinzuweisen und das Erkennen und Bekämpfen einer Ausbreitung zu unterstützen. Wieviel Zeit dafür bleibt, die Borkenkäfer ggfs. zu bekämpfen, richtet sich grundsätzlich danach, welche Entwicklungsstadien in den befallenen Bäumen zu finden sind. Die aktuellen Ergebnisse der landesweit standardisierten Erhebungen dieses Borkenkäfer-Monitorings können hier aufgerufen werden: Borkenkaefer: Startseite
Vor Ort von größter Bedeutung sind aber wie beim Buchdrucker regelmäßige Kontrollen auf Befall im Bestand. Diese sollten ab April alle 14 Tage durchgeführt werden, da der Käfer frühzeitig den Kronenbereich anfliegt und schädigt. Auch die Umgebung bereits erkennbar befallener Bäume sollte genauer kontrolliert werden.
Die Bekämpfungsmaßnahmen entsprechen im Grundsatz denjenigen gegen den Buchdrucker. Wichtig ist die sogenannte „saubere Waldwirtschaft“, also nach frühestmöglicher Erkennung schnelles Einschlagen und Aufarbeiten befallener Bäume und Holzabfuhr. Es sollten möglichst wenig Resthölzer im Bestand belassen werden (Hacken hilft gegen Kupferstecher nicht). Fangsysteme können unter bestimmten Bedingungen und richtig angewendet beim Abschöpfen helfen.
Als letzte Möglichkeit kann, falls dafür alle Bedingungen erfüllt sind, liegendes Holz mit dafür zugelassenem Pflanzenschutzmittel behandelt werden.
Weiterführende Informationen zu empfohlenen Maßnahmen gegen Fichtenborkenkäfer finden Sie in den nachfolgend verlinkten Übersichten mit Bezug auf die jeweilige Jahreszeit:
Biologie, Verbreitung, Bedeutung
Der Gestreifte Nutzholzborkenkäfer (Trypodendrum lineatum) gehört im Unterschied zu den vorgenannten Arten zu nicht den in der Rinde, sondern im Holz brütenden Borkenkäfern. Das Weibchen bohrt sich, bereits ab einer Lufttemperatur von ca. 15 °C beginnend bis August hinweg senkrecht in einen Stamm oder anderes, geeignetes Holz mit einer Holzfeuchte zwischen 30 und 120 Prozent des Trockengewichtes ein und legt darin zwei Brutgänge an. Diese infiziert es mit Sporen eines Ambrosiapilzes, von dem sich die Larven ernähren. Befallen wird eingeschlagenes, auch entrindetes Nadelholz verschiedener Baumarten (vor allem Fichte und Tanne, seltener Kiefer und Lärche). Auch absterbende Bäume, frische Stöcke, Abbrüche und Resthölzer werden befallen. Hauptbefallszeit ist das Frühjahr. Es gibt nur eine Generation pro Jahr, aber nach dem Regenerationsfraß der Käfer können Folgebruten vorkommen. Der Käfer überwintert in der Bodenstreu. Bohrlöcher und Verfärbungen („Bläue“) können das Holz jedoch erheblich entwerten.
Käfer und Brutbild
Der Käfer ist etwa 3,5 mm groß und auf dem Hinterleib deutlich gestreift.
Die typischen, durch den Ambrosiapilz schwarz gefärbten leiterförmigen Brutgänge (auch „Leitergänge“ oder „Leitersprossengänge“ genannt) werden bis maximal 7 cm tief im Holz angelegt.
Die Brutgänge können mit denen des Amerikanischen Nutzholzborkenkäfers (Gnathotrichus materiarius) verwechselt werden. Dessen Gänge sind etwas geschwungener und länger und dringen bis 15 Zentimeter in das Holz ein.
Befallssymptome
Am Holz sind außen Bohrlöcher und weißes Bohrmehl erkennbar. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Sägehörnigen Werftkäfer (Hylecoetus dermestoides). Auch dieser stößt weißes Bohrmehl aus, aber in größeren Mengen.
Bekämpfung
- Abtransport der Stämme vor dem Flug
- Zwischenlagerung des Holzes außerhalb des Waldes
- Nasslagerung des Holzes
- rechtzeitige chemische Behandlung von Holzlagern mit dafür zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, sofern alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft und alle Bedingungen dafür gegeben sind.
- Lagerung des Holzes in Folien