Im Zuge der Klimaerwärmung stellen Quarantäneschädlinge eine zunehmende Gefahr für unsere Wälder und Kulturlandschaften dar. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem der Asiatische Laubholzbockkäfer oder der Japankäfer. Dargestellt werden charakteristische Schadsymptome ebenso wie zentrale Verbreitungswege. Ziel sollte ein frühzeitiges Erkennen forstrelevante Quarantäneschädlinge und ein Verständnis ihrer Ausbreitungsmechanismen sein.
Als Unionsquarantäneschädlinge gelten Schädlinge mit großer Schadwirkung an Pflanzen, die in der EU noch nicht auftreten oder nicht weit verbreitet sind. Die finanziellen Schäden können beim Befall von Wirtschaftswald beträchtlich sein, da zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Schädlinge die Fällung und Vernichtung aller Wirtsbäume rund um die befallenen Bäume erforderlich ist.
Aufgrund der internationalen Handels- und Reisetätigkeiten steigt das Risiko der Einschleppung dieser Schadorganismen (Globalisierung).
Wichtige forstrelevante Quarantäneschädlinge
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) Anoplophora glabripennis ist in den natürlichen Laubmischwäldern Chinas und Koreas heimisch, wo er keine nennenswerten Schäden verursacht.
Allerdings hat er sich auf den in China sehr häufig angepflanzten Hybridpappeln vermehrt und ist zu einem bedeutenden Schädling für Nordamerika und Europa geworden, der auch andere Laubbäume befällt.
Der ALB wurde bereits in den 1990er Jahren nach Nordamerika, sowie in zahlreiche europäische Länder wie Österreich, Frankreich, Niederlande, Schweiz, Großbritannien, Finnland, Montenegro und Italien verschleppt. In einigen dieser Befallsgebiete konnte der Käfer erfolgreich ausgerottet werden. In Deutschland wurde die Art im Freiland erstmals im Jahre 2004 festgestellt, konnte jedoch getilgt werden. In Europa gilt der ALB als Primärschädling, er befällt vitale Bäume und bringt sie zum Absterben.
Aussehen/ Merkmale
| Käfer: 2 bis 3,5 cm lang (ohne Fühler), schwarz glänzend mit weißen Flecken, Fußglieder, Schienen, Schenkel und Unterseite blau gefärbt, extrem lange, 11-segmentige Fühler, ungekörnte Schulter der Flügeldecken, Schildchen meist schwarz |
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| Larve: cremeweiß, keine Brustbeine, Burgzinnen-Muster auf Nackenschild |
Wirtspflanzen
Nahezu alle Laubbaumarten, insbesondere Ahorn, Birke, Weide, Rosskastanie, Ulme und Pappel
Schadsymptome
- Ausbohrlöcher kreisrunde, ca. 1 cm Durchmesser
- Eiablagestellen: T-förmige Schlitze, Trichter, 1 bis 2 cm lang
- Larvenfraß: bei Platzfraß am Kambium bilden sich Rindennekrosen mit Saftfluss, Überwallung des Platzfraßes
- Einbohrloch: oval, meist rechts oben
- Fraßspäne: grob und länglich
- Reifungsfraß: Nagespuren an jungen Ästen und Blattstielen
- alter Befall ist an rundlichen Überwallungen erkennbar
- absterbende Äste/Krone bei extrem starkem Befall
Verbreitungswege
Die Verschleppung des Asiatischen Laubholzbock erfolgt am ehesten als Eier, Larven oder Puppen in Packmaterial oder Stauholz aus dem Holz der Wirtsarten.
Der Chinesischer Laubholzbockkäfer (CLB) Anoplophora chinensis, auch Zitrusbockkäfer ist in verschiedenen Ländern Asiens, vor allem in China, Korea und Japan heimisch. Dort befällt er zahlreiche Laubgehölze, bevorzugt Zitruspflanzen. Befallene Bäume sterben meistens ab oder werden zumindest stark geschädigt.
Der CLB wurde in Europa im Freiland 2000 erstmals in Italien in der Lombardei festgestellt, dort hat er sich soweit ausgebreitet, dass eine Ausrottung nicht mehr möglich erscheint. Darüber hinaus wurde er in importierten Pflanzensendungen aus Asien in mehreren EU-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz nachgewiesen. In Deutschland wurden im Freiland einzelne Exemplare Mitte 2009 in Hessen registriert, 2014 nahe München.
In seiner Entwicklung und im Aussehen unterscheiden sich CLB und ALB nur geringfügig. Der CLB legt seine Eier anders als der ALB in den Stammfuß und oberflächliche Wurzeln. Hier entwickeln sich die Larven zwei Jahre, ehe sich die Käfer ausbohren und ihren Reifungsfraß in der Krone vollziehen.
Aussehen/ Merkmale
| Käfer: wie ALB, allerdings gekörnte Schulter der Flügeldecken, Schildchen meist weiß behaart | |
| Larve: cremeweiß, keine Brustbeine, deutliches zweites Band vor dem Zinnenmuster |
Wirtspflanzen
Potentiell alle Laubgehölze, speziell Citrus-, Obst- und Ziergehölze
Schadsymptome
- Ausbohrlöcher: kreisrund an Stammfuß und Wurzeln, 1–1,5 cm
- Eiablagestellen: T-förmige Schlitze, Trichter, 1–2 cm lang
- Larvenfraß: bei Platzfraß am Kambium bilden sich Rindennekrosen mit Saftfluss
- Einbohrloch: oval
- Fraßspäne: grob und länglich
- Reifungsfraß: Nagespuren an jungen Ästen und Blattstielen
- alter Befall ist an rundlichen Überwallungen erkennbar
- Welkeerscheinungen bei sehr starkem Befall üblich
Verbreitungswege
Die Einschleppung erfolgt meist über Pflanzenmassenwaren wie Bonsai- oder Ahornpflanzen aus Garten- oder Baumärkten.
Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt aus dem südöstlichen Asien. Er befällt sowohl vorgeschädigte als auch gesunde Bäume. Schäden entstehen nur durch die Larven, die sich über zwei bis drei Jahre in das Splintholz, teilweise bis ins Kernholz hineinfressen können, bevor sie sich verpuppen und der fertig entwickelte Käfer ausfliegt.
In Deutschland wurde der Asiatische Moschusbockkäfer erstmals 2011 in Bayern nachgewiesen, wo Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung des Schadorganismus unternommen wurden. Weitere Funde innerhalb der Europäischen Union gab es 2012 in Italien.
Aussehen/ Merkmale
| Käfer: glänzende schwarze Flügeldecken mit einem charakteristischen roten Halsschild (gelegentlich fehlt dieser auch), das mit höckerartigen Strukturen (Tuberkeln) ausgestattet ist. Länge: 25 bis 40 mm. Einfarbig schwarzen Antennen sind bei Männchen deutlich länger als der Körper, bei Weibchen gleichlang. | |
| Larven: cremeweißlich mit 3 Paar kurzen Brustbeinen und schwärzlichen Kauwerkzeugen. Das erste Brustsegment hat auf der Vorderseite einen unregelmäßigen, symmetrischen rötlichen Streifen. Länge: Frisch geschlüpfte Larven etwa 2 bis 2,5 mm, reife Larven 38 bis 50 mm, große Variabilität zwischen den Individuen |
Wirtspflanzen
Alle bei uns vorkommenden Arten der Gattung Prunus (Gattung innherlab der Familie der Rosengewächse), gelegentlich auch Quercus rubra (Roteiche) und Juglans regia (Echte Walnuss).
Schadsymptome
- ca. 1,3 cm großes kreisförmiges oder elliptisches, manchmal auch D-förmiges Ausbohrloch
- am Stamm bis ca. 2 m Höhe und in Astgabeln von Larven ausgeworfene rötliche Bohrspäne
- Bohrgänge von mehreren Zentimetern Länge im Splint- und Kernholz sowie unter der Rinde
- absterbende Äste
Verbreitungswege
Die wahrscheinlichsten Einschleppungswege sind Holzverpackungen und Kulturpflanzen. Die Einfuhr von Prunus-Pflanzen ist in vielen europäischen Ländern bereits verboten.
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Der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) ist im Ursprung in Ostasien beheimatet, breitet sich aber außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets stark aus. Besonders in Regionen in denen er nicht natürlich vorkommt und Eschenarten nicht an diesen Schädling angepasst sind, tritt er als Primärschädling auf. In den USA ist er schon jetzt für immense Schäden in der dortigen Forstwirtschaft verantwortlich.
Bislang wurden keine Funde dieses Schädlings in der Europäischen Union gemeldet. Jedoch gab es vereinzelte Auftreten in der Ukraine.
Aussehen/ Merkmale
| Käfer: metallische blaugrüne Farbe mit kupferrotem Hinterleib der durch die Flügeldecken verdeckt werden kann. Der Korpus ist schmal, länglich, keilförmig, die Flügeldecken sind kahl. Adulte Tiere sind 8,5 bis 15,0 mm lang | |
| Larven: cremeweiß mit einem kleinem braunen Kopf ca 25 bis 35 mm länglicher und abgeflachter Körper, dieser besteht aus 10 Segmenten die zackenartig ausgeprägt sind. |
Wirtspflanzen
Bei uns vorkommende Eschenarten.
Schadsymptome
- Absterbeerscheinungen normalerweise in der Krone beginnend
- Schmale chlorotische Blätter, ggf. eingekerbt entlang der Blattränder durch Fraß,
- serpentinenartige Larvengänge im Kambialbereich
- die für Agrilusarten typischen D-förmigen, 0,3 bis 0,5 cm breiten Ausbohrlöcher an Stamm und Ästen
Verbreitungswege
Eine Ausbreitung über weite Strecken kann durch befallenes Pflanzgut sowie Verpackungsmaterialien aus Holz oder auch Brennholz erfolgen.
Der Bronzefarbene Birken-Bohrer (Agrilus anxius) hat seinen Ursprung in Nordamerika, er ist dort ein ernstzunehmender Birkenschädling und tritt als Sekundärschädling auf. Vermutlich sind europäische Birkenarten anfälliger gegenüber diesem Schädling.
Bislang wurden keine Funde dieses Schädlings in der Europäischen Union gemeldet.
Aussehen/ Merkmale
| Käfer: kupfer-bronzefarbene metallische Färbung, adulte Tiere sind schmal und haben einen subzylindrischen Körper. In der Regel 6 bis 11 mm lang. | |
| Larven: cremeweiß mit einem braunen Kopf. Der Körper ist dorsoventral (vom Rücken zum Bauch) abgeflacht. Der Kopf ist klein und langgezogen in den vergrößerten Prothorax. Es gibt 10 Abdominalsegmente, wobei das letzte in zwei sklerotisierten zahnähnlichen Strukturen endet, die oft als Urogomphi, Analzange oder terminale Fortsätze bezeichnet werden. |
Wirtspflanzen
Bei uns vorkommende Birkenarten.
Schadsymptome
- Absterbeerscheinungen, normalerweise in der Krone beginnend
- Vergilbtes, spärliches und verkümmertes Blattwerk
- Teilweise von außen sichtbare, unter der Rinde hervorwölbende Larvengänge
- Die für Agrilusarten typischen D-förmigen, 0,3 bis 0,5 cm breiten Ausbohrlöcher an Stamm und Ästen
Verbreitungswege
Verschleppung vornehmlich durch befallene Pflanzen, Holzprodukte wie Stauholz, Kisten, Paletten, Hackschnitzel, Holz und Brennholz; nicht fressende Stadien wie Puppen können bis zu 2 Jahre in Brennholz überdauern
Der Japankäfer (Popillia japonica) kommt, wie der Name schließen lässt, ursprünglich aus Japan und ist eine stark polyphage Art. Erwachsene Tiere ernähren sich von Bäumen, Sträuchern, und anderen Kulturpflanzen. Die Eiablage erfolgt im Boden, wo die Larve 10 Monate ruht. Der Japankäfer ist nicht wählerisch und kann viele Pflanzenarten befallen, was ihn zu einer ernsten Bedrohung für die Landwirtschaft und Gärten macht.
Aussehen Merkmale
| Käfer: auffälliger Käfer: 8 bis 11 mm lang, 5 bis 7 mm breit, das Halsschild schimmert goldgrün, unterhalb der Flügeldecken befinden sich fünf weiße Haarbüschel, sowie zusätzlich zwei Büschel am letzten Körpersegment. | |
| Larven: c-förmig, weißlich, einen gelblich-braunen Kopf. Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist eine V-förmige Anordnung von Härchen (Borsten) auf dem letzten Hinterleibssegment an der Bauchseite |
Wirtspflanzen
Das Wirtssortiment umfasst ca. 300 Arten: von Bäumen über Sträucher, aber auch Mais und Rasenflächen
Schadsymptome
- Skelettierfraß an Blättern
- Kahlfraß an Blättern, Blüten und Früchten
- Schäden durch die Engerlinge (Larven)
- Wurzelfraß im Boden
- Absterben von Pflanzen
Verbreitungswege
Verbreitung durch Pflanzenmaterial und Pflanzenprodukte (z. B. Früchte), Boden der Pflanzen anhaftet, als blinder Passagier an Waren und in Transportmitteln, in Fallen an Reiserouten werden regelmäßig Funde einzelner Tiere gemacht. Lokal durch Käferflug.
Der Sibirische Arvenspinner (Dendrolimus sibiricus), auch sibirischer Lächenspinner oder Sibirische Seidenmotte, besitzt ein großes natürliches Verbreitungsgebiet in Nordostasien mit kontinentalem Klima. Die Raupen des Sibirischen Arvenspinner können bei einer massenhaften Vermehrung ganze Nadelwälder kahlfressen. Der bei uns heimische Kiefernspinner (Dendrolimus pini) und der Sibirische Arvenspinner wurden in älterer Literatur gleichgesetzt, erst spätere Bestimmungen brachten Unterschiede hervor. Sibirische Arvenspinner besitzen zudem ein breiteres Wirtspflanzenspektrum. Eine Einschleppung dieses Schadorganismus birgt deshalb hohe wirtschaftliche und ökologische Gefahren.
Ein Vorkommen des Sibirischen Arvenspinners wurde in der Europäischen Union noch nicht festgestellt.
Aussehen/ Merkmale
| Falter: Die Weibchen sind etwas größer als die männlichen Tiere: Die Flügelspannweite bei den Weibchen beträgt 60 bis 80 mm und die Länge 39mm, bei den Männchen 40 bis 60 mm und der Körper 31 mm. Der Vorderflügel ist von hellgelblich-braun oder hellgrau über dunkelbraun oder fast schwarz; Vorderflügel von zwei charakteristischen dunklen Streifen gekreuzt; weißer Fleck in der Mitte des Vorderflügels | |
| Larve: Größe etwa 5 bis 5,5 mm lang, eine reife Larve 50 bis 80 mm, selten größer. Der Körper ist überwiegend schwarz oder dunkelbraun mit zahlreichen Flecken und langen Setae (Borsten) |
Wirtspflanzen
Koniferen der Pinaceae-Familie; Abies sp. (Tanne), Larix sp. (Lärche), Picea sp. (Fichte), Pinus sp. (Kiefer), Douglasie (Pseudotsuga menziesii), kanadische Hemmlocktanne (Tsuga canadensis), Atlaszeder (Cedrus atlantica)
Schadsymptome
- Durch Raupenfraß verursachte Entnadelung und Nadelverfärbung in den Baumkronen
- Eigelege (200-300 Eier/ Weibchen) an Nadeln und jungen Trieben
Verbreitungswege
Weihnachtsbäume, Pflanzenmaterial und Rundholztransporte mit Rinde aus Herkunftsgebieten des Sibirischen Arvenspinner, an deren Rinde Eier und Raupen haften können, gelten als mögliche Vektoren für diesen Schadorganismus.
Die aus Nordamerika stammende Kiefernholznematode Bursapehelenchus xylophilus, gehört zu den gefährlichsten Kiefernschädlingen weltweit. Die Übertragung der Nematoden von Baum zu Baum erfolgt beim Reifungsfraß und der Eiablage von Bockkäfern der Gattung Monochamus. Die Nematoden verstopfen das Transportsystem des Baumes oder bringen das Kambialgewebe zum Absterben.
Der erste Befall in der EU wurde 1999 in Portugal festgestellt und ist dort auch noch nicht wieder ausgerottet.
Wirtspflanzen
Kiefern (und andere Koniferen): Waldkiefer (P. sylvestris), Schwarzkiefer (P. nigra), Strandkiefer (P. pinaster), Bergkiefer (P. mugo), Aleppokiefer (P. halepensis)
Schadsymptome
- Unspezifische Welkeerscheinungen
- Nadelverfärbung erst gelb dann braun
- schnelles Absterben bei durchschnittlich über 20°C im Juli/ August
- Eiablage durch Bockkäfer an geschwächten oder frisch gefällten Bäumen
- Reifungsfraß des für die Übertragung verantwortlichen Käfers an gesunden Nadeln
Verbreitungswege
Verpackungsholz gilt als Hauptrisikomaterial für die Verschleppung.
Das aus Amerika stammende Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) hat ein breites Wirtsspektrum. Das Bakterium besiedelt das Xylem der Pflanzen, sodass die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden und absterben können. Alle xylemsaugenden Zikaden sind potentielle Überträger.
In der EU trat das Bakterium 2013 das erste Mal an Olivenbäumen in Italien (Apulien) auf. 2016 wurde Xylella in Deutschland (Sachsen) an einer einzelnen privaten Oleanderpflanze gemeldet, welche zur Überwinterung in einer Gärtnerei untergebracht war. Auch in Spanien und Frankreich ist Xylella bereits aufgetreten.
Wirtspflanzen
Sehr breites Wirtsspektrum, Ahorn (Acer spp.), Eiche (Quercus spp.), Ulme (Ulmus spp.), Weide (Salix spp.), Platane (Platanus × hispanica), Prunus-Arten (Prunus spp.), Waldsträucher, aber auch Kulturarten und zahlreiche Zierpflanzen
Schadsymptome
- keine klassischen Symptome
- Welke, Chlorosen, neue Blätter sind deformiert
- Vergilbungen oder bronzeartige Verfärbungen der Blätter vom Blattrand oder von der Blattspitzen ausgehen, die zum Teil von einem schmalen gelben Hof scharf abgegrenzt sind
- zu Beginn nesterartige Befallsstellen, meist sind alle Blätter an einzelnen Zweigen betroffen
- ähnliche Symptome wie durch abiotische Faktoren
- nicht alle infizierten Wirtspflanzen zeigen Symptome
Verbreitungswege
Die Ausbreitung des Feuerbakteriums geschieht vermutlich in erster Linie durch Handel von infizierten Pflanzen. Lokale Verbreitung durch Vektoren (Zikaden).
Phytophthora ramorum gilt als der verantwortliche Erreger für den Sudden oak death. Er stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Asien und wurde nach Kalifornien und Europa eingeschleppt.
Es handelt sich um eine Gattung pilzähnlicher Mikroorganismen, die verschiedene Sporentypen ausbilden, welche sich bei feuchter Witterung leicht ablösen und mit Wind und Regentropfen verbreitet werden.
Der Krankheitserreger wurde Mitte der Neunziger zuerst in deutschen und niederländischen Baumschulen auf welken Rhododendron- und Viburnum-Pflanzen nachgewiesen. 2014 in Bayern an Rhododendron und 2016 wurde der Erreger in Baden-Württemberg an einem Rhododendron und in der Erde gefunden.
Wirtspflanzen
sehr breites Wirtsspektrum, Eiche (Quercus spp.), Buche (Fagus sylvatica), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Esche (Fraxinus excelsior), Birke (Betula spp.), Eibe (Taxus spp.), jap. Lärche (Larix kaempferi), Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Hemmlocktanne (Tsuga spp.), Scheinzypresse (Chamaecyparis spp.), Küstentanne (Abies grandis), aber auch einheimische Strauchpflanzen, vor allem Rhododendron und Schneeball (Viburnum spp.).
Schadsymptome
Je nach Wirtspflanze sehr unterschiedliche Schadbilder möglich
- Triebsterben von der Triebspitze abwärts
- schwarz-braun verfärbte Triebe und Knospen
- Blattverfärbungen von der Blattbasis ausgehend
- Blattflecken Färbung dunkelbraun bis schwarz, meist scharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt
- Welke einzelner Trieb oder ganze Pflanzen
- angeschnittener Trieb oder Stammgrund ist verbräunt
- Stammnekrosen mit Teerflecken und Schleimfluss
Verbreitungswege
Hauptverbreitungswege für Phytophthora ramorum sind kontaminierter Boden und Wasser sowie infiziertes Pflanzenmaterial.