Energie aus Holz

Energie aus Holz fungiert als Koppelprodukt entlang der gesamten Wertschöpfungskette Forst-Holz. Hierzu zählen sowohl die bei der Waldpflege und Durchforstung anfallenden Energieholzsortimente, Holzpellets aus Sägenebenprodukten als auch die energetische Nutzung von Produktionsresten in den holzverarbeitenden Unternehmen. Die Holzenergie wird dabei überwiegend zur Wärmenutzung eingesetzt. Die Stromerzeugung erfolgt in wärmegeführten KWK-Anlagen. KWK steht für Kraft-Wärme-Kopplung und bezeichnet die gleichzeitige Umwandlung von Energie in mechanische oder elektrische Energie und Wärme innerhalb eines thermodynamischen Prozesses. 

Es liegen viele Holzhackschnitzel in zwei Händen, darunter sieht man noch mehr Holzhackschnitzel.

Die Klimafreundlichkeit des nachwachsenden Energieträgers Holz ergibt sich durch den biogenen und geschlossenen Kohlenstoffkreislauf: Bei der Nutzung der im Holz gespeicherten Energie wird die Menge an CO2 freigesetzt, die bei der Photosynthese gebunden wurde. Voraussetzung hierfür ist eine nachhaltige Waldwirtschaft. In Bezug auf die hieraus resultierende CO2-Neutralität sind die Treibhausgas-Emissionen für Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers Holz zu berücksichtigen. Dies erfolgt im Rahmen der nationalen Klimaberichterstattung bei der Einstufung der Energie aus Holz als erneuerbare und weitgehend klimaneutrale Energiequelle.

Moderne und hocheffiziente Heizsysteme

Für die Nutzung der Wärme aus Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzeln stehen komfortable Systemlösungen zur Verfügung. Hierzu zählen zum Beispiel Kleinstanlagen für den Neubau, Pellet-Brennwerttechnik, Hybridheizungen, Scheitholzvergaser- und Kombinationskessel sowie Feuerungsanlagen für größere Objekte und Liegenschaften oder Wärmenetze. 

Moderne Einzelraumfeuerstätten mit optimierten Feuerraumgeometrien und automatischer Verbrennungsregelung sorgen für eine wohlige und emissionsarme Wärme.

Der Einsatz der Holzwärme erfolgt im Zusammenspiel mit weiteren erneuerbaren Wärmequellen wie zum Beispiel der Solarthermie oder Photovoltaik. 

Fester Bestanteil der Wärmewende

Rund 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland entstehen beim Betrieb von Gebäuden, vor allem für Raumwärme und Warmwasser. Das novellierte GEG (Heizungsgesetz) ist zum 01. Januar 2024 in Kraft getreten und fordert, dass Heizungen zukünftig zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Die moderne Holzenergie, sei es in Form von Zentralheizungssystemen oder biogenen Wärmenetzen, erfüllt in besonderem Maße die Anforderungen des GEG.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude unterstützt derzeit mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten den Austausch fossiler Heizanlagen und den Einsatz der modernen Holzwärme.

Normierte und zertifizierte Holzbrennstoffe

Die zur Feuerung passende Brennstoffqualität bildet die Voraussetzung für einen effizienten und störungsfreien sowie emissionsarmen Anlagenbetrieb. Für den Bereich der Holzpellets und Holzhackschnitzel stehen umfassende Normen und Zertifizierungssysteme zur Verfügung.

Dezentrale Wärmenutzung

Energie aus Holz ist dezentral verfügbar und eignet sich in besonderem Maße für den Betrieb von Wärmenetzen und kleineren Gebäudenetzen. So können insbesondere in den ländlichen Räumen Gebäude und Betriebe kostengünstig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden.

Beitrag zur Holzmobilisierung und zum Waldschutz

Die dezentrale Nutzung der Wärme aus Holz ermöglicht die Vor-Ort-Vermarktung auch von kleinen Holzlosen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Holzmobilisierung unter anderem im Kleinst- und Kleinprivatwald. Die energetische Nutzung von brutfähigem  Kronenmaterial, in dem beispielsweise Schaderreger  brüten, und Hiebsresten leistet einen wichtigen Beitrag zum Waldschutz. Dadurch wird auch in Dürreperioden die Brandlast auf Waldflächen deutlich reduziert. 

Stützpfeiler der erneuerbaren Wärme

Die Energie aus Holz ist Stützpfeiler im Bereich der erneuerbaren Wärme. Im Jahr 2024 wurden rund 60 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland durch die Holzenergie bereitgestellt. Geothermie und Umweltwärme lagen bei rund 15 Prozent.